13.05.2026

Auto-i-Dat-Bilanz: Occasionsmarkt trotzt Unsicherheit

Die Halterwechsel der Schweizer Occasionsautos bleiben auf stabilem Niveau. Im ersten Quartal 2026 wechselten 176'437 Fahrzeuge den Halter oder die Halterin. Das sind fast genau gleich viele wie zur gleichen Zeit im Vorjahr, aber rund zehn Prozent mehr als im Jahr 2024.

Auto-i-Dat-Bilanz: Occasionsmarkt trotzt Unsicherheit

Während der Neuwagenmarkt weiter stark unter Druck steht, bleiben die Zahlen des Occasionsmarktes auf stabil hohem Niveau. «Wir sind praktisch auf dem gleichen Niveau wie 2025, und das war ein gutes Jahr», sagt René Mitteregger, Leiter Produktmanagement der Auto-i-Dat. Er bilanziert: «Der Occasionsmarkt läuft also weiterhin gut.»

 

Gebrauchtwagen statt grosser Ausgaben

Dass Occasionsfahrzeuge gefragt bleiben, sei kein Zufall, ist sich Mitteregger sicher. «Viele Käuferinnen und Käufer zögern aktuell beim Neuwagenkauf. Hohe Preise, wirtschaftliche Unsicherheit und offene Fragen rund um Antriebsarten sorgen dafür, dass sie lieber preiswerte Occasionen kaufen.» Diese fahren meist mit kleinen Reparaturen noch einige Jahre weiter und zögern so den Neuwagenkauf – oder den nächsten Occasionskauf – etwas raus. Hinzu kommt der hohe Wertverlust von Neufahrzeugen: «Rund ein Drittel des Fahrzeugwertes ist nach einem Jahr weg. Diesen grossen Abschreiber überlegen sich aktuell viele lieber zweimal», so Mitteregger.

 

Angebot an Occasionen verknappt sich weiter

Der anhaltend grossen Beliebtheit von Gebrauchtwagen steht ein sich immer weiter schmälerndes Angebot gegenüber. Seit der Pandemie wurden jedes Jahr rund 60'000 Neuwagen weniger verkauft als zuvor. Geht es so weiter, fehlen Ende 2026 also bereits 360'000 Neuwagen. Und diese fehlen anschliessend auf dem Gebrauchtwagenmarkt. «Das sind fast 10 Prozent des Personenwagenbestandes und beinahe das Doppelte eines normalen jährlichen Neuwagenvolumens», sagt Mitteregger. Und weiter: «Diese Lücke holt man nicht mehr auf.» Die Folgen: Der Fahrzeugbestand altert weiter. Das stützt zwar Werkstattumsätze, belastet aber den Neuwagenhandel und das angrenzende Gewerbe wie Versicherungen und Carrossiers.

 

Kaum Überraschungen bei den einzelnen Marken

An der Spitze der Halterwechselstatistik bleibt VW, gefolgt von BMW und Mercedes-Benz. Neuere Marken wie Tesla (+30.67%) und Cupra (+30.77%) legen weiter zu. MG gewinnt sogar um 64.9%, wenn auch auf tiefem Niveau. René Mitteregger vermutet: «Es könnte sich um Händlereinlösungen handeln, die jetzt als Gebrauchtwagen gehandelt werden.» Bei Fiat (-11,46%), Subaru (-11,11%) oder Mitsubishi (-13,67%) zeigen sich ebenfalls leichte Rückgänge. Mitteregger interpretiert diese als normale Marktbewegungen: «Das sind Marken, die Halter oft länger fahren. Entsprechend kommen weniger Fahrzeuge in den Occasionsmarkt.»

 

E-Occasionen in anspruchsvollem Umfeld

Trotz der steigenden Zahlen bei Tesla, bleibt der Markt für Elektro-Occasionen anspruchsvoll. Die fehlende Ladeinfrastruktur und die Unsicherheit über Restwerte sorgen für Zurückhaltung. Und das, obwohl die Lebensdauer moderner Akkus oft unterschätzt wird. «400'000 Kilometer und mehr sind durchaus realistisch für eine Fahrzeugbatterie», so Mitteregger, «und wer täglich nur 50 Kilometer zur Arbeit pendelt, braucht keine neue Batterie mit Maximalreichweite.» 

 

Um die Restwerte von Elektro-Occasionen präzise zu berechnen, verfügt Auto Value neu über eine State-of-Health-korrigierte Bewertung.

Die ganze Statistik der Halterwechsel finden Sie hier.

https://www.auto-i-dat.ch 

 

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