Volkswagen baut Konzern radikal um
Posted by: Mario Borri
Volkswagen treibt seinen Konzernumbau voran. Rund 50’000 weitere Stellen, zahlreiche Modelle und Teile des Beteiligungsportfolios stehen zur Disposition. Auch die europäischen Produktionskapazitäten sollen deutlich angepasst werden.
Die Volkswagen-Konzernzentrale in Wolfsburg.
Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat zentrale Punkte des «Zukunftsplans 2030» beschlossen. Mit dem umfassenden Umbau will der Konzern Kosten und Komplexität reduzieren und seine Wettbewerbsfähigkeit stärken.
Besonders deutlich fällt die geplante Anpassung beim Personal aus. Zusätzlich zu bereits laufenden Programmen sollen weltweit rund 50'000 weitere Stellen wegfallen. Gleichzeitig sieht Volkswagen in Europa Überkapazitäten von etwa 500'000 Fahrzeugen.
Bis Mitte 2027 soll deshalb ein Konzept für eine langfristig wettbewerbsfähige Produktionsstruktur in Europa vorliegen. Handlungsbedarf besteht unter anderem für die Werke Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm, für die langfristig noch keine gesicherte Folgebelegung besteht. Werksschliessungen sind derzeit allerdings nicht beschlossen.
Auch das Fahrzeugangebot wird deutlich gestrafft. Bis 2035 soll die Modellpalette des Konzerns um rund 50 Prozent reduziert werden. Die Angebotskomplexität soll sogar um etwa 75 Prozent sinken. Investitionen sollen dadurch stärker auf wirtschaftlich attraktive Modelle konzentriert werden.
Zudem will Volkswagen Führungsstrukturen verschlanken und Entscheidungswege verkürzen. Das Beteiligungsportfolio soll um rund ein Drittel reduziert und stärker auf das automobile Kerngeschäft ausgerichtet werden.
Arbeitnehmervertreter tragen den Umbau grundsätzlich mit, fordern aber langfristige Perspektiven für die betroffenen Standorte. Mit dem Beschluss steht der strategische Rahmen – zahlreiche konkrete Entscheidungen zur Umsetzung sind jedoch noch offen.



