Parkschäden: Gewisse Reparaturen sind innert 2 Jahren fast 50 Prozent teurer geworden
Posted by: Mario Borri
Schlechte Nachrichten für Autobesitzer: Die Kosten für die Behebung von Parkschäden sind in der Schweiz deutlich gestiegen. Das zeigt eine Analyse des Online-Vergleichsdienstes Comparis auf Basis von rund 7,3 Millionen erfassten Arbeitsvorgängen in Schweizer Schadenkalkulationen aus den Jahren 2023 bis 2025.
Die durchschnittlichen Kosten für den Ersatz einer Rückleuchte stiegen von 337 Franken im Jahr 2023 auf 369 Franken im Jahr 2025 an – ein Plus von 9,4 Prozent. Bild: KI
Die durchschnittlichen Kosten der eigentlichen Reparaturarbeit an einer Hintertür stiegen von 92 Franken im Jahr 2023 auf 134 Franken im Jahr 2025. Das entspricht einer Zunahme von fast 50 Prozent. Bei den Vordertüren war der Preisanstieg vergleichbar. Bei einer Seitenwand erhöhten sich die durchschnittlichen Reparaturkosten im gleichen Zeitraum um 41 Prozent, bei einem vorderen Kotflügel um 32 Prozent.
Die Lackierkosten stiegen deutlich moderater. Die Lackierung einer Hintertür kostete 2023 im Durchschnitt 238 Franken. 2 Jahre später waren es 246 Franken – eine Zunahme von 3,5 Prozent. Reparaturarbeit und Lackierung zusammen verteuerten sich bei der Hintertür damit von rund 330 auf 380 Franken beziehungsweise um rund 15 Prozent.
Auch der Ersatz beschädigter Bauteile wurde teurer
Die durchschnittlichen Kosten der Ersatzposition einer Hintertür stiegen von 1006 Franken im Jahr 2023 auf 1098 Franken im Jahr 2025. Das entspricht einem Plus von 9,2 Prozent. Bei einer Vordertür erhöhten sich die durchschnittlichen Ersatzkosten von 1030 auf 1134 Franken beziehungsweise um 10,1 Prozent. Musste eine Motorhaube ersetzt werden, kostete dies 2023 noch durchschnittlich 886 Franken. 2 Jahre später, im Jahr 2025 waren es schon 1032 Franken – eine Zunahme von 16,5 Prozent.
Rückleuchten besonders häufig betroffen
Rückleuchten spielen bei Parkschäden eine besonders grosse Rolle: 2025 entfiel fast jede dritte der ausgewerteten Arbeiten an den 10 untersuchten Bauteilen auf eine Rückleuchte. Gleichzeitig stiegen die durchschnittlichen Kosten für deren Ersatz von 337 Franken im Jahr 2023 auf 369 Franken im Jahr 2025 – ein Plus von 9,4 Prozent.
Allgemeine Teuerung erklärt den Anstieg nur zu einem kleinen Teil
Die allgemeine Teuerung kann die teilweise deutlich zweistelligen Kostensteigerungen nur zu einem kleinen Teil erklären. Ein Kostentreiber dürfte die zunehmend komplexe Fahrzeugtechnik sein. Das durchschnittliche Auto auf Schweizer Strassen stammt heute aus einem neueren Jahrgang als noch vor 3 Jahren und verfügt entsprechend häufiger über Sensoren, Elektronik und komplexe Bauteile.
«Ein scheinbar einfacher Parkschaden kann heute auch Elektronik, Sensoren oder Assistenzsysteme betreffen. Das erhöht den Aufwand, aber erklärt kaum die teils sehr hohen Anstiege bei den Reparaturkosten. Warum diese bei einzelnen Karosserieteilen um fast 50 Prozent gestiegen sind, lässt sich mit den vorliegenden Daten nicht abschliessend erklären», sagt Comparis-Autoversicherungsexperte Harry Büsser.
Auch höhere Verrechnungssätze dürften einen Teil der Entwicklung erklären. Gemäss dem Branchenspiegel der auf das Schweizer Autogewerbe spezialisierten Treuhand- und Beratungsfirma FIGAS stieg der durchschnittliche Werkstatt-Stundensatz 2024 um rund 3 Prozent auf 172.30 Franken. Gleichzeitig nahm die Rentabilität des Werkstatt- und Ersatzteilgeschäfts zu, während die Margen im Neu- und Occasionshandel sanken.
«Das Werkstatt- und Ersatzteilgeschäft wird für Garagen wirtschaftlich immer wichtiger. Ob höhere Verrechnungssätze oder Margen den Kostenanstieg in unseren Daten mitverursacht haben und, falls ja, in welchem Ausmass, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten», sagt Büsser.
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