Autoversicherungsprämien 2027: Nächste Erhöhungsrunde droht
Posted by: Mario Borri
Die Autoversicherungsprämien dürften auch 2027 weiter steigen. Das zeigt eine neue Comparis-Befragung unter Schweizer Autoversicherern.
Auf Schweizer Autofahrende dürfte 2027 die nächste Runde von Prämienerhöhungen zukommen. Eine aktuelle Comparis-Befragung unter Schweizer Autoversicherern zeigt: Steigende Reparaturkosten, teurere Ersatzteile und Schäden durch Naturereignisse sorgen weiterhin für erheblichen Kostendruck.
Damit setzt sich voraussichtlich eine Entwicklung fort, die Autofahrende schon seit Jahren belastet. Gemäss dem Comparis-Womo-Preisindex verteuerten sich Motorfahrzeugversicherungen zwischen August 2021 und August 2026 um rund 19 Prozent. Allein innert Jahresfrist betrug der Anstieg mehr als 7 Prozent. Wie stark die Prämien 2027 steigen werden, lässt sich aus den Antworten noch nicht beziffern. Eine allgemeine Entspannung zeichnet sich derzeit jedoch nicht ab.
Aus der Comparis-Befragung geht hervor, dass einzelne Versicherer für 2027 schon Prämienerhöhungen geplant haben. Eine durchschnittliche Prozentangabe wird nicht gemacht. Wie stark einzelne Versicherte betroffen sind, hängt unter anderem vom Fahrzeugtyp, Fahrzeugwert und -alter sowie vom bisherigen Schadenverlauf ab.
Die Mobiliar verzichtet nach eigenen Angaben auf generelle Prämienerhöhungen für das gesamte bestehende Kundenportfolio. Tarifanpassungen erfolgen gemäss dem Versicherer bei Neuabschlüssen und Vertragsänderungen. Versicherte mit unveränderten Verträgen sind davon nicht betroffen. 2025 waren laut Mobiliar rund ein Fünftel ihrer Kundinnen und Kunden von Prämienerhöhungen betroffen.
Helvetia, Smile, Generali, Vaudoise und TCS verweisen aufsteigende Reparatur- und Schadenkosten, die Prämienanpassungen notwendig machten, äussern sich aber noch nicht konkret zu 2027. Die Vaudoise meldet anhaltenden Aufwärtsdruck auf die Prämien. AXA und Allianz schreiben, dass sie aus wettbewerbsrechtlichen bzw. kartellrechtlichen Gründen keine Angaben zur künftigen Prämienentwicklung machen könnten.
Bei den wichtigsten Kostentreibern sind sich die Versicherer weitgehend einig. AXA, Allianz, Generali, Helvetia Baloise, Mobiliar, Smile und TCS nennen steigende Werkstatt- und Ersatzteilkosten. AXA, Generali und Mobiliar verweisen zudem auf höhere Schadenaufwendungen durch Naturereignisse. Die Vaudoise nennt insbesondere die Hagelereignisse von Ende August 2026 als Ursache für gestiegene Schadenkosten.
Hinzu kommt die zunehmende technische Komplexität moderner Fahrzeuge. Selbst vermeintlich kleine Schäden können hohe Kosten verursachen, wenn Sensoren, Kameras und Assistenzsysteme betroffen sind. Die Mobiliar verweist beispielsweise darauf, dass beim Ersatz einer Frontscheibe häufig auch Sensoren neu kalibriert werden müssen.
Wie stark einzelne Reparaturarbeiten teurer geworden sind, zeigte bereits eine frühere Comparis-Analyse: Zwischen 2023 und 2025 stiegen die durchschnittlichen Kosten der eigentlichen Reparaturarbeit an einer Hintertür um fast 46 Prozent, an seitlichen Karosserieteilen (Seitenwänden) um gut 41 Prozent und bei vorderen Kotflügeln um mehr als 32 Prozent.
Während sich die Versicherer mit steigenden Schadenkosten konfrontiert sehen, können Autofahrende zumindest ihre eigene Prämienbelastung beeinflussen. Eine repräsentative Comparis-Umfrage vom Januar 2026 zeigt: 45 Prozent der befragten Autobesitzenden mit Autoversicherung bezahlten 2026 höhere Prämien als 2025. Dennoch wechselten lediglich 6 Prozent ihre Autoversicherung. Von den Wechselnden sparte rund jeder Zweite mindestens 200 Franken pro Jahr.
Bei Prämienerhöhungen sollten Versicherte prüfen, ob ihnen ein ausserordentliches Kündigungsrecht zusteht – siehe auch Tipps für Autofahrende unten.



