01.07.2026

Rekord auf Schweizer Autobahnen: Noch nie gab es so viele Staustunden

68'040 Staustunden auf den Schweizer Nationalstrassen: 2025 wurde gemäss des kürzlich veröffentlichten Verkehrsflussberichtes des Astra so viel Stau registriert wie noch nie. Die Folgen der Überlastung sind laut Bund gravierend – Reisezeiten werden unberechenbarer, und immer mehr Verkehr weicht auf Kantons- und Gemeindestrassen aus.

Rekord auf Schweizer Autobahnen: Noch nie gab es so viele Staustunden

Die Schweizer Nationalstrassen sind an ihre Belastungsgrenze gelangt. Im vergangenen Jahr summierten sich die Staus auf insgesamt 68'040 Stunden – ein Plus von rund 20 Prozent gegenüber 2024 und so viel wie noch nie. Dabei machen die Nationalstrassen zwar nur rund drei Prozent des gesamten Strassennetzes aus, auf ihnen werden aber knapp 45 Prozent aller Fahrzeugkilometer zurückgelegt. Insgesamt waren es 2025 rund 30 Milliarden Kilometer. 

Für den Bund ist der deutliche Anstieg ein Zeichen dafür, dass das Problem längst nicht mehr einzelne Strecken oder die klassischen Pendlerzeiten betrifft. Vielmehr entstehen auf wichtigen Autobahnabschnitten zunehmend strukturelle Engpässe, während sich der Verkehr insbesondere im Mittelland immer stärker über den ganzen Tag verteilt. Dadurch sind viele Strecken nicht mehr nur morgens und abends stark belastet, sondern nahezu permanent ausgelastet. 

 

Schon kleine Ereignisse bringen den Verkehr ins Stocken

Die hohe Auslastung hat direkte Folgen. Bereits kleinere Pannen oder Unfälle reichen aus, um den Verkehrsfluss erheblich zu beeinträchtigen und Staus auszulösen. Gleichzeitig werden die Reisezeiten auf den Nationalstrassen immer weniger berechenbar. Das wiederum führt laut Bericht dazu, dass Autofahrerinnen und Autofahrer häufiger auf Kantons- und Gemeindestrassen ausweichen. Besonders entlang der Hauptachsen A1 und A2 wächst der Verkehr auf parallel verlaufenden Kantonsstrassen inzwischen stärker als auf den Autobahnen selbst. 

 

Fast jeder Stau ist Folge der Überlastung

Die Zahlen zeigen auch, wodurch die Staus entstehen: Rund 89 Prozent aller Staustunden gingen auf Verkehrsüberlastung zurück. Baustellen waren dagegen für weniger als vier Prozent verantwortlich und damit seltener Auslöser als im Vorjahr. Besonders betroffen waren die A1 zwischen Genf und St. Gallen, die A2 zwischen Basel und Chiasso sowie die A3 zwischen Basel und Sargans. Am Gotthardtunnel blieb das Stauaufkommen ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres. 

 

Verkehrsmanagement allein genügt nicht

Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) setzt auf intelligente Verkehrsmanagementsysteme wie die Harmonisierung der Geschwindigkeit oder die zeitweise Freigabe des Pannenstreifens. Auf einzelnen Abschnitten – etwa auf der A6 zwischen Thun und Bern oder auf der A1 bei Winterthur – konnten dadurch Staus reduziert werden. Nach Einschätzung des Bundes reichen solche Massnahmen jedoch langfristig nicht aus. Um die Leistungsfähigkeit des Nationalstrassennetzes zu sichern und Kantons- sowie Gemeindestrassen zu entlasten, hält das ASTRA zusätzliche punktuelle Ausbauten für notwendig.

 

 

https://www.astra.admin.ch/astra/de/home/themen/nationalstrassen/verkehrsfluss-stauaufkommen/verkehrsfluss-nationalstrassen.html 

 

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