AutoScout24-Studie: E-Autos auch für Ferienfahrten immer beliebter
Posted by: Mario Borri
Schweizer verlieren die Reichweitenangst. Die Mehrheit akzeptiert auf längeren Fahrten ein bis zwei Ladestopps. Gleichzeitig steigen Nachfrage, Kaufanfragen und Verkäufe von Elektroautos deutlich.
Die Bereitschaft zum Laden unterwegs ist hoch - die Mehrheit der Befragten würde auf der Fahrt ans Meer ein bis zwei Ladestopps akzeptieren.
Für die Ferien setzen Schweizer weiterhin bevorzugt auf das eigene Auto. Laut einer Studie von AutoScout24 und YouGov werden dabei vor allem die hohe Flexibilität vor Ort (63 Prozent), der einfache Transport von Gepäck (50 Prozent) sowie die Unabhängigkeit bei der Reiseplanung (48 Prozent) geschätzt. Während für die diesjährigen Sommerferien mehrheitlich noch Fahrzeuge mit klassischen Antrieben genutzt werden, gewinnt das Elektroauto bei der nächsten Fahrzeuganschaffung zunehmend an Attraktivität.
Reichweitenangst verliert an Bedeutung
Für längere Ferienfahrten erwarten die Befragten von einem Elektroauto eine Mindestreichweite von durchschnittlich rund 630 Kilometern. Personen, die einem Elektroauto bei einem künftigen Kauf grundsätzlich offen gegenüberstehen, geben sich bereits mit knapp 530 Kilometern zufrieden. Zudem ist die Bereitschaft zum Laden unterwegs hoch: Die Mehrheit würde auf einer rund 600 Kilometer langen Fahrt ans Meer ein bis zwei Ladestopps problemlos akzeptieren.
«Die Diskussion rund um die Reichweite hat sich in den vergangenen Jahren spürbar verändert. Viele Menschen betrachten das Laden unterwegs heute als normalen Bestandteil einer längeren Reise», sagt Alberto Sanz de Lama, Managing Director Automotive der SMG Swiss Marketplace Group.
Kosten und Umwelt als wichtigste Kaufargumente
Als wichtigste Gründe für den Kauf eines Elektroautos nennen die Befragten tiefere Betriebskosten und Umwelt- beziehungsweise Klimaschutz (jeweils 55 Prozent). Für 46 Prozent ist zudem die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen ein wichtiger Vorteil. Das durchschnittliche Budget für ein Elektroauto liegt derzeit bei rund 39'000 Franken.
Eine der grössten Hürden beim Kauf gebrauchter Elektrofahrzeuge bleibt die Unsicherheit über die Batterielebensdauer. Laut Studie erhöht ein Batteriezertifikat die Bereitschaft zum Kauf einer Elektro-Occasion spürbar.
Nachfrage auf AutoScout24 zieht deutlich an
Die zunehmende Offenheit gegenüber der Elektromobilität zeigt sich auch auf dem Fahrzeugmarkt. Verglichen mit dem Zeitraum vom 15. Mai bis 15. Juni des Vorjahres stiegen die täglichen Suchanfragen nach Elektroautos auf AutoScout24 um 35 Prozent. Die Kontaktanfragen an Verkäufer legten um 40 Prozent zu, die Zahl der erfolgreichen Verkäufe – gemessen an gelöschten Inseraten – stieg um 16 Prozent.
Ein wichtiger Treiber dürfte die Preisentwicklung sein. Der durchschnittliche Angebotspreis neuer Elektroautos sank von rund 57'200 Franken im Juni 2025 auf rund 51'700 Franken im Juni 2026. Auch gebrauchte Elektroautos wurden günstiger und kosteten durchschnittlich noch rund 42'100 Franken gegenüber 43'300 Franken im Vorjahr.
Regionale Unterschiede bei den beliebtesten Modellen
Trotz der steigenden Nachfrage zeigen die Daten von AutoScout24 regionale Unterschiede. Schweizweit gehören das Tesla Model 3, der Skoda Enyaq iV und der Audi Q4 e-tron zu den erfolgreichsten Elektrofahrzeugen.
In Zürich führt das Tesla Model 3 die Verkaufsrangliste an, in Bern der Volvo EX30. In Zug und Genf gehören Modelle wie der Porsche Taycan regelmässig zu den Spitzenreitern. In der Romandie sind unter anderem der Audi Q4 e-tron und der VW ID.3 besonders gefragt.
Damit etabliert sich die Elektromobilität schweizweit zunehmend, die Modellpräferenzen bleiben jedoch regional unterschiedlich. (pd/mb)



