05.03.2026

«Was gibt es Schöneres als ein sorgenfreies Waschgeschäft?»

Als Niederlassungs- und Serviceleiter der Otto Christ AG Schweiz kennt Markus Tschuran den Markt der professionellen Fahrzeugwäsche bis ins Detail. Im Interview spricht er über Trends, Technik und die besonderen Ansprüche Schweizer Kunden.

AUTO&Wirtschaft: Wie ist die Otto Christ Schweiz AG organisatorisch im Gesamtunternehmen eingebunden – und welche strategischen Ziele verfolgen Sie speziell für den Schweizer Markt?

Markus Tschuran: Die Otto Christ AG Schweiz ist als Tochtergesellschaft der Otto Christ AG Memmingen eine eigenständige Unternehmung mit Sitz in Bremgarten. Wir betreuen die komplette Schweiz über alle Produkte unserer Palette und über jeden Lebensabschnitt der Waschanlage – von der Projektierung über Verkauf und Montage bis hin zum Service.

 

Wie viele Waschanlagen hat Otto Christ bereits in der Schweiz installiert – und wo sehen Sie die grössten Wachstumsgebiete?

Unsere Kunden betreiben rund 600 Anlagen über alle Segmente. Aktuell erhalten wir vermehrt Anfragen aus Autohäusern und Garagenbetrieben sowie im Nutzfahrzeug- und Sonderanlagenbau. Dort sehen wir grosses Wachstumspotenzial.

 

Wie unterscheiden sich die Bedürfnisse der Schweizer Kunden von jenen in anderen Ländern?

Die Schweizer Kunden sind sehr auto-affin. Das zeigt sich auch in den Waschanlagen. Spezialprogramme, Sonderwachs, Powerschaum und farbig-leuchtende Elemente sind hier besonders beliebt.

 

Können Sie Schweizer Referenzprojekte nennen, die besonders innovativ waren?

Die Anlage im Neubau der Cotra in Studen (BE) ist besonders erwähnenswert. Es ist die erste in der Schweiz eingebaute Anlage mit Doppelspurplattenförderer. Diese Technik ist zukunftsweisend, weil das Fahrzeug mit allen Rädern auf der Fördereinrichtung steht und Assistenzsysteme nicht zu ungeplanten Waschunterbrüchen führen. Auch das neue Waschcenter am Migrol-Standort Gretzenbach (SO) war ein spezielles Projekt. Dort konnten wir auf der grünen Wiese einen Neubau realisieren und die neueste Technik verbauen.

 

Wie organisieren Sie den technischen Support in der Schweiz?

Der Support wird durch unsere zehn qualifizierten und werksgeschulten Servicetechniker sichergestellt. Jeder Kunde hat bei uns einen persönlichen Ansprechpartner. Wir arbeiten nicht mit anonymen Ticket-Systemen, sondern direkt. Der digitale Fernsupport gewinnt aber an Bedeutung. Viele Anlagen sind online, senden Statusmeldungen und sind für Remote-Service ausgerüstet. Aus der Ferne kann man keine Lichtschranke reinigen oder Chemie auffüllen, aber man kann Ausfallzeiten reduzieren und Einsätze effizienter gestalten.

 

Welche Rolle spielen nachhaltige Lösungen in der Schweiz?

In anderen Ländern kam es bereits zu wochenlangen Schliessungen wegen Wassermangels. So weit war es in der Schweiz noch nicht, aber das Bewusstsein ist gestiegen. Wir bieten seit vielen Jahren nachhaltige und energieeffiziente Lösungen an und entwickeln diese konsequent weiter.

 

Wie prägt die lange Erfahrung von Otto Christ die Produktentwicklung?

Unsere Erfahrungen sind sehr viel wert und fliessen kontinuierlich in Produktverbesserungen und Neuentwicklungen ein. Das verschafft uns einen Vorteil am Markt. Besonders im Sonderanlagenbau basiert unser Erfolg auf diesen Erfahrungen und dem stetigen Fortschritt.

 

Welche technologischen Innovationen heben Ihre Anlagen vom Wettbewerb ab?

Wir haben in den letzten Jahren stark an unserer Designsprache gearbeitet und eine Christ-DNA geschaffen, die sich durch alle Produktsegmente zieht. Egal ob Portalanlage, Waschstrasse oder Nutzfahrzeuganlage – alles ist sofort als «made by Christ» erkennbar. Die Auszeichnungen mit dem Red Dot Award und das positive Kundenfeedback bestätigen diesen Weg.

 

Wie entwickeln Sie so unterschiedliche Produkte unter einem technischen Dach?

Produktvielfalt hat bei uns Tradition. Aus einer übergreifenden Innovationsstrategie leiten die einzelnen Segmente die besten Lösungen für ihre Kundengruppen ab.

 

Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf Ihre Produkte?

Die Digitalisierung hat auch in der Fahrzeugwäsche Einzug gehalten. Anlagen können vernetzt werden, Statusmeldungen senden und aus der Ferne programmiert oder aktualisiert werden. Wichtig ist zudem die Erfassung und Auswertung von Daten wie Waschhäufigkeit oder Programmauswahl.

 

Welche Vorteile bietet es Betreibern, wenn Technik und Chemie aus einer Hand kommen?

Die Vorteile liegen klar auf der Hand: alles aus einer Hand bedeutet weniger Aufwand und geringere Kosten. Der Betreiber hat einen Ansprechpartner, der sich um alles kümmert. Und was gibt es Schöneres als ein sorgenfreies Waschgeschäft?

 

Wie hat sich das Service- und Wartungsgeschäft entwickelt?

Service war schon immer zentral, denn eine Waschanlage ist eine Investition für zehn Jahre oder mehr. Besonders stark entwickelt hat sich das Know-how. Durch moderne Technik und Digitalisierung sind die Anforderungen an Störungssuche und -behebung deutlich gestiegen.

 

Welche Trends sehen Sie in den nächsten fünf Jahren?

Wir erwarten vor allem Veränderungen bei Auswahl-, Kauf- und Bezahlmöglichkeiten. Der Wunsch wächst, alles direkt aus dem Fahrzeug heraus zu erledigen. Gleichzeitig wird nachhaltigen und umweltfreundlichen Installationen noch mehr Bedeutung zukommen.

 

www.christ-ag.com

 

Mehr zum Thema Waschen & Reinigen lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von AUTO&Wirtschaft, welche jetzt in Ihren Briefkästen liegt.

 

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