Der Schweizer Automarkt kommt nicht vom Fleck
Posted by: Mario Borri
Angesichts von 91’341 Neuzulassungen von Januar bis Mai hat sich der Schweizer Automarkt seit Jahresbeginn keinen Zentimeter nach vorne bewegt (+0,0 Prozent). Zulegen konnten einzig die Steckerfahrzeuge, deren Anteil bei den Neuzulassungen auf 35,4 Prozent gestiegen ist.
Der Markt für neue Personenwagen in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein verharrte im Mai auf dem tiefen Niveau des Vorjahres. Nach fünf Monaten liegt die Zahl der Neuzulassungen von 91’341 Fahrzeugen exakt auf Vorjahresniveau. Eine Trendwende ist keine in Sicht. Der Gesamtmarkt bleibt in Folge der Überregulierung in der Schweiz deutlich unter dem europäischen Niveau (siehe Grafik) und unter den Erwartungen der Branche. Zusätzliche regulatorische Belastungen für Unternehmen und Konsumenten sowie eine zunehmende Diskrepanz zwischen politischen Zielsetzungen und der Marktrealität sind die Folgen.
Einzig die Nachfrage nach elektrifizierten Fahrzeugen hat sich im Mai positiv entwickelt. Batterieelektrische Personenwagen und Plug-in-Hybride machen seit Anfang Jahr 23,3 bzw. 12,1 Prozent der Neuzulassungen aus. Sie konnten im Vorjahresvergleich Marktanteile hinzugewinnen. Ihr gemeinsamer Marktanteil macht mittlerweile über ein Drittel aller Neuimmatrikulationen (35,4 Prozent) aus.
Dabei legten die rein elektrische Antriebe (BEV) seit Anfang Jahr gegenüber dem Vorjahr um 15,5 Prozent zu, während Plug-in-Hybride (PHEV) mit einem Plus von 20,1 Prozent noch stärker wachsen. Demgegenüber stagnieren die Hybridantriebe (+0,3 Prozent) und die Neuzulassungen von reinen Benzin- und Diesel-Antrieben gehen weiter zurück. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die politische Zielsetzung eines schnellen Markthochlaufs der Elektromobilität weit ausser Reichweite liegt.
Thomas Rücker, Direktor von Auto-Schweiz, kommentiert: «Die aktuellen Zahlen sind ein ernüchterndes Signal für unsere Branche. Anders als im Rest Europas motivieren viele neue Fahrzeugmodelle mit unterschiedlichen Technologien die Schweizer nicht zu mehr Neuwagen. Die Nachfrage nach reinelektrischen Antrieben hat sich im Mai zwar positiv entwickelt, aber nur geringfügig. So sind für unsere Mitglieder die Emissionsziele nicht erreichbar.» Weiter weist Rücker darauf hin, dass der BEV-Anteil seit 2023 zwischen 20 und 23 Prozent liegt.



