16.07.2026

AXA Mobilitätstacho zeigt Trendwende bei Antrieben

Ein neues Auto muss derzeit vor allem eins sein: preiswert. Das zeigt der neue AXA Mobilitätstacho, der in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut Sotomo erstellt wurde.

76 Prozent der Befragten geben an, beim nächsten Autokauf besonders viel Wert auf die Kosten zu legen. Das sind fast zehn Prozentpunkte mehr als noch vor zwei Jahren. Die meisten anderen Kriterien haben hingegen im gleichen Zeitraum an Relevanz eingebüsst. Über ein Drittel schiebt einen Autokauf aus Kostengründen derzeit ganz auf – insbesondere Junge und Personen mit tiefem Einkommen.

Doch selbst bei Personen mit einem monatlichen Einkommen von über 8000 Franken verlegt ein Viertel derzeit einen Autokauf auf später. «Die aktuell volatile geopolitische und wirtschaftliche Lage scheint die Bevölkerung zu verunsichern, sodass viele bei grossen Anschaffungen wie zum Beispiel dem Autokauf zurückhaltend sind» sagt Michael Hermann, Geschäftsführer von Sotomo.

Occasionsfahrzeuge aus Kostengründen attraktiv
Kaufen die Menschen dennoch ein Auto, setzen viele auf ein Occasionsmodell: 58 Prozent der Befragten treffen diese Massnahme, um beim Autokauf Geld zu sparen. Weitere entscheiden sich aus Kostengründen für eine günstigere Marke (27 %), ein kleineres Auto (26 %), ein Modell mit weniger Sonderausstattung (23 %) oder für eine Antriebsart mit niedrigeren Anschaffungskosten.

Betrachtet man die unterschiedlichen Antriebsarten, zeigt sich, dass es bei der Bevölkerung nach wie vor deutlich weniger verbreitet ist, sich ein gebrauchtes Elektroauto anzuschaffen als einen gebrauchten Verbrenner. Im Schnitt beträgt das Budget für den nächsten Autokauf ziemlich genau 30’000 Franken. Männer sowie ältere Menschen sind dabei bereit, mehr Geld für ihr Fahrzeug auszugeben.

Verbrenner in der Bevölkerung unbeliebter
Die Beliebtheit von Verbrennern nimmt derweil ab. Noch 39 Prozent der Personen, die sich in der Zukunft einen Autokauf vorstellen können, möchten einen Verbrenner anschaffen (verglichen mit 47 % im Jahr 2024 und 48 % im Jahr 2025). Elektroautos hingegen legen zu: 30 Prozent der Befragten, für die ein Autokauf eine Option ist, ziehen einen Stromer in Betracht. Im Jahr 2025 waren es 25 Prozent. Gleiches gilt für Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Autos, bei welchen der Anteil an Kaufinteressierten von 27 auf 31 Prozent gestiegen ist.

Weiterhin vergleichsweise gering ist das Interesse von Mieterinnen und Mietern an Stromern, vermutlich wegen des noch immer erschwerten Zugangs zu Ladestationen: Nur 22 Prozent der Mietenden wollen als nächstes ein Elektroauto kaufen, verglichen mit 38 Prozent der Stockwerkeigentümer und 43 Prozent der Eigentümerinnen eines Einfamilienhauses.

Ein wichtiger Grund für die optimistischere Stimmung in Bezug auf Elektroautos scheinen die gestiegenen Spritpreise aufgrund der Spannungen am Golf zu sein. Fast die Hälfte der Befragten gibt an, dass die erhöhten Treibstoffpreise einen Einfluss auf ihre Bereitschaft, sich ein Elektroauto anzuschaffen, hätten. «Die Menschen betrachten das Elektroauto offenbar als Möglichkeit, sich gegen geopolitische Spannungen und die dadurch bedingten hohen Treibstoffpreise abzusichern», so Michael Hermann. Doch auch die tendenziell sinkenden Preise von Elektroautos sowie das zunehmende Angebot, nicht zuletzt an Elektroautos aus Asien, dürften eine Rolle spielen.

Elektroautos aus China im Hoch
Von der verstärkten Preissensitivität und der gestiegenen Beliebtheit von Elektroautos scheinen insbesondere asiatische Hersteller zu profitieren und damit nicht zuletzt China. Mittlerweile können sich 43 Prozent der angehenden Käuferinnen und Käufer eines E-Autos vorstellen, ein solches aus China zu kaufen. Das sind 6 Prozentpunkte mehr als im Jahr 2025. Das klar wichtigste Kaufargument ist dabei der Preis: 69 Prozent geben diesen als Grund für den Kauf eines chinesischen Stromers an. Gegen den Kauf sprechen dabei nicht primär allfällige Schwächen der Autos selbst, sondern politische Differenzen zur Regierung und schlechte Arbeitsbedingungen in der Produktion (von 52 % bzw. 46 % der Befragten genannt).

Die europäischen und insbesondere die amerikanischen Herstellerländer haben hingegen eher an Boden verloren. Einzig Deutschland kann sein hohes Niveau halten und liegt weiterhin an der Spitze der Rangliste der beliebtesten Herstellerländer: 84 Prozent der angehenden Elektroauto-Käuferinnen und -Käufer können es sich vorstellen, ein deutsches Elektroauto zu kaufen. Die USA hingegen hatten von 2024 auf 2025 einen deutlichen Taucher hingelegt von 34 auf 23 Prozent. Im Jahr 2026 verharren sie mit 21 Prozent auf tiefem Niveau.

Stärkere Förderung von Elektromobilität wieder vermehrt gefordert
Die gestiegene Beliebtheit von Elektroautos zeigt sich auch in der Einstellung zur politischen Förderung. Während letztes Jahr noch 38 Prozent der Ansicht waren, dass die Politik die Elektromobilität klar oder eher stärker fördern sollte, sprechen sich dieses Jahr 47 Prozent, also fast die Hälfte der Bevölkerung, dafür aus. Nur drei von zehn befragten Personen sind für weniger Förderung als bisher. Gleichzeitig ist eine Mehrheit jedoch der Ansicht, dass es zu früh sei, die Produktion von Autos mit Verbrennungsmotoren einzustellen. Dass verschiedene Autohersteller entschieden haben, vorläufig weiterhin Autos mit Verbrennungsmotoren zu produzieren, wird von 57 Prozent begrüsst, 35 Prozent lehnen dies ab.

www.axa.ch

 

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