Tempo 30 braucht jetzt gute Gründe
Posted by: Mario Borri
Für Automobilisten stärken die neuen Tempo-30-Regeln den Grundsatz: Auf verkehrsorientierten Strassen gilt innerorts Tempo 50. Städte und Gemeinden können im urbanen Umfeld nicht mehr einfach flächendeckendes Tempo 30 einführen. TCS und ACS begrüssen die seit dem 1. Oktober 2026 geltenden Änderungen.
Tempo 30 auf verkehrsorientierten Strassen muss klaren Anforderungen genügen. Städte und Gemeinden müssen künftig mit einem Gutachten belegen, dass eine Temporeduktion keinen Verkehr in die Quartiere verdrängt. Für Automobilisten stärkt dies die Funktion der Hauptverkehrsachsen: Sie sollen den Verkehr bündeln und ein zügiges Vorankommen ermöglichen.
Knapp fünf Jahre nach Einreichung der «Motion Schilliger» tritt damit eine Regelung in Kraft, für die sich der Touring Club Schweiz und der Automobil Club Schweiz gemeinsam eingesetzt haben. Beide Verbände begrüssen die Umsetzung des Parlamentsentscheides durch den Bundesrat. Die klare Hierarchie des Strassennetzes kommt auch dem öffentlichen Verkehr, schnellen E-Bikes und Blaulichtorganisationen zugute.
Auch die Quartiere profitieren: Ausweichverkehr erhöht das Unfallrisiko, behindert den Fuss- und Veloverkehr und beeinträchtigt die Lebensqualität. Verkehr soll deshalb auf den dafür vorgesehenen Achsen bleiben.
Bei der Lärmbekämpfung sehen TCS und ACS weiterhin Handlungsbedarf. Lärmarme Beläge sind wirksamer als Temporeduktionen – eine Einschätzung, die auch der Bundesrat teilt. Dass die Verordnungsänderungen ihnen keinen Vorrang einräumen, bedauern die Verbände. Sie fordern das Bundesamt für Strassen und das Bundesamt für Umwelt auf, lärmarme Beläge in ihren Weisungen an Kantone und Gemeinden als wichtigste Massnahme zur Lärmminderung festzuhalten.
Nun kommt es auf die Umsetzung an: TCS und ACS verlangen, dass die neuen Regeln schweizweit einheitlich und konsequent angewendet werden. Automobilisten und alle anderen Verkehrsteilnehmenden sollen sich überall auf die gleichen Regeln verlassen können.



