22. Juni 2017

A&W Mobilitätstagung 2017: Schritt für Schritt vor(an)gehen

Die A&W Mobilitätstagung 2017 befasste sich mit der «Automobilität im Wandel». Fazit: Es stehen grosse Veränderungen an, die aber nicht zu überstürztem Aktionismus verleiten dürfen.

A&W Mobilitätstagung 2017: Schritt für Schritt vor(an)gehen

Text: Erwin Kartnaller
 

 

Simon Jossi, Leiter des Tankstellengeschäfts bei der Migrol AG, gab als Vertreter des Hauptsponsors den Grundton vor, welcher die A&W Mobilitätstagung in der Umweltarena in Spreitenbach prägen sollte. «Es vergeht praktisch kein Tag, an dem wir medial nicht daran erinnert werden, dass die Mobilität im Begriff ist sich zu wandeln. Wir stehen vor der Tür massgeblicher Veränderungen.» Und was die Branche wie ein Schnellzug zu überfahren droht, relativiert sich an seinem Rechenmodell. «In der Schweiz sind 4,5 Mio. PWs im Verkehr, jährlich werden 300'000 davon ersetzt. Bis also die komplette Umstellung des Fuhrparks überhaupt Tatsache sein kann, schreiben wir rein mathematisch das Jahr 2032.» Effektiv dürfte es sogar noch etwas länger dauern, wenn man alle Einflussfaktoren berücksichtigt.
 

 

Raphael Schneider Crameri, Verkaufsleiter VW Nutzfahrzeuge, AMAG Automobil- und Motoren AG Import zeigte zusammen mit Carlos Sardinha, CEO Europcar, anhand eines konkreten Beispiels auf, wie sich ein Fuhrpark optimieren lässt. Wo als Ausgangssituation des Projekts über 100 Autos im Einsatz gestanden hatten und weitere 20 als Reservefahrzeuge gehalten wurden, konnte der Flottenbestand mit dem neuen Modell auf unter 100 gedrückt werden. Die Ersatzfahrzeuge entfielen komplett. Damit verringerte sich die Kapitalbindung. Stattdessen wurden Spitzen mit der Zumietung von Fahrzeugen auf Zeit abgedeckt, und auch Fahrzeugausfälle lassen sich damit neutralisieren. Das Resultat ist eine optimierte Auslastung und ein flexiblerer Fahrzeugeinsatz. Mit der Auslagerung des Schaden- und Flottenmanagements konnten die Kosten der administrativen Aufwendungen in wesentlichen Teilen heruntergefahren werden. Carlos Sardinha brachte es auf den Punkt: «Patentlösungen gibt es nicht, doch für jedes Bedürfnis die optimale Lösung».
 

 

Dr. Peter de Haan, Dozent für Energie und Mobilität an der ETH Zürich und Partner der EBP Schweiz AG ist ein glühender Verfechter der E-Mobilität. Auch wenn die Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen noch nicht berauschende Höhen erreicht haben, sieht de Haan ein stetes Wachstum. «Die E-Mobilität muss und wird kommen», gibt er sich gewiss, obwohl er beim jetzigen Stand der Technik durchaus eingesteht, dass Elektroautos nicht per se und in jedem Fall besser sind als Verbrenner. Sinnvoll sei der Einsatz von Kleinfahrzeugen und dort wo eher kurze Distanzen bewältigt werden müssten. Als Beispiele nannte er Busse, Elektrotaxis und die City-Logistik.
 

 

Professor Hannes Brachat, Herausgeber der Fachzeitschrift Autohaus, verwies auf die vier Felder von Gesellschaft, Umwelt, Politik und Wirtschaft, die jedes für sich Ansprüche und Forderungen formulieren würden. Die sind selten deckungsgleich, beeinflussen aber den Wandel und bestimmen mithin sein Tempo. Herauszuhören war bei den Fuhrparkbetreibern, dass sie noch nicht so weit in die Zukunft blicken wollen. Ihnen liegt die Investitionssicherheit, die sich an der Einsatzdauer des Fahrzeugs nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen orientiert, am Herzen.

 

Impressionen von der A&W Mobilitätstagung 2017 finden sie unter der Rubrik Fotos/Videos oder unter folgendem Link: http://auto-wirtschaft.ch/gallery-view/207-a-w-mobilitatstagung-2017

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